SmartEFleets Gruppe - Fotografin Petra Lang

Smart eFleets: Elektromobilität in Fuhrparks

Das Forschungsprojekt Smart eFleets will erstmalig in Deutschland die Prozesse in großen Ver- und Entsorgungsunternehmen mit Elektroflotte maßgeblich bei der Disposition der Fahrzeuge, dem Management von Ladeinfrastruktur sowie dem Lastmanagement erforschen und optimieren. Wir wollen aufzeigen, dass die Kapitalkosten, sowohl für die E-Fahrzeuge als auch für die Ladeinfrastruktur bei den öffentlichen Unternehmen gesenkt werden können, wenn ein gemeinsames Pooling-Konzept die Spitzenlasten der beteiligten Unternehmen kosteneffizient abdeckt und die bereits bestehende Ladeinfrastruktur geteilt wird.

Effizienzsteigerung durch unternehmensübergreifende Nutzung von elektrischen Poolfahrzeugen und Ladeinfrastruktur bei den Berliner Ver- und Entsorgungsunternehmen

Kernziel ist es, neuartige Pooling- und Sharing-Ansätze sowie technische Entwicklungen im Bereich der E-Mobilität zu entwickeln und erstmals in einem größeren Zusammenhang zu testen. Diese Ansätze sollen nicht nur innerhalb des Konsortiums, sondern auch darüber hinaus Impulse im Bereich Elektrifizierung von Fuhrparks geben. Das beinhaltet sowohl rechtliche als auch technische Schnittstellen, die die gesamte Unternehmensmobilität beeinflussen. Das Projekt wird sich vorwiegend auf die Kostenreduzierung im Fuhrpark fokussieren, die mit einer effizienten Auslastung sowohl der Flotte selbst, als auch der Ladeinfrastruktur,einhergeht.

Alle Schritte, die bei der Umstellung auf einen elektrischen Fuhrpark eine Rolle spielen, werden kritisch analysiert und hinterfragt. Im weiteren Verlauf werden die bestehenden Prozesse durch neuartige Pooling- und Sharing-Ansätze erweitert und mittelfristig abgelöst.

Sharing-Portal für E-Flotten- und Ladeinfrastruktur

Hierzu wird das Konsortium in einem Pilotprojekt ein unternehmensübergreifendes Sharing-Portal für die Buchung von Elektrofahrzeugen mit Reservierung von AC/DC-Ladepunkten erforschen und entwickeln, das zudem die Dienstleistungen im Betrieb, wie z.B. Monitoring, Reservierung und Abrechnung, erfasst. Dabei soll eine Systemarchitektur zur intelligenten Vernetzung externer und interner IT-Systeme und Services in einer performanten, hochverfügbaren und hochskalierbaren Plattformen entstehen.

Use Cases, Methoden und Technologien zur Anbindung und Integration verschiedener Realtime-Datenformate und Websysteme im Gesamtsystem werden untersucht, entwickelt und ganzheitlich getestet. Dazu zählen insbesondere die intelligente Autorisierung, die Abfrage und Ansteuerung von Ladesäulen sowie die Verbindung mit einem übergreifenden Flottenmanagement als auch die weiteren digitalen Services wie Zugriffssteuerung, Ladeoptimierung, Parkleitsysteme und Stromversorger.

Optimierungspotentiale

Die Flotten der beteiligten Unternehmen, haben unterschiedliche Nutzungsmuster der Fahrzeuge, z.B. durch tageszeitspezifische oder auch saisonale Besonderheiten. Daraus ergeben sich spezielle Anforderungen an die Koordination des Fuhrparks. In der Regel sind die routinemäßigen Fahrten mit einem gewissen Grundstock an Fahrzeugen abdeckbar, dennoch werden in allen Fuhrparks zusätzliche Fahrzeuge für Spitzenzeiten sowie kritische Einsätze vorgehalten.

Ein Ziel von Smart eFleets ist es, die Anzahl der Fahrzeuge im Fuhrpark so zu prognostizieren, dass der Spitzenbedarf reduziert werden kann.
Aufgrund der unterschiedlichen Tageszeitraum-Rhythmen kann das Lademanagement zeitlich weiter gefasst werden. So kann ein unternehmensübergreifendes Aufladen der Fahrzeug-Batterien im Wechselbetrieb an derselben Ladesäule möglich sein, ohne dass es hier zu Überschneidungen kommt. Im fortlaufenden Austausch des Konsortiums wird die Auslastung des Fahrzeugpools sowie die Ladeinfrastruktur der Berliner Ver- und Entsorgungsunternehmen analysiert und sukzessive verbessert.

 Smart eFleets als Richtungsweiser für eine flexiblere Elektromobilität

Im Smart eFleet-Projekt werden wir die bestehenden Mobilitätsprozesse optimieren und neue Dienste entwickeln, die es grundsätzlich ermöglichen, E-Flotten in der Ver- und Entsorgungsbranche wirtschaftlich zu betreiben. Das Pilotprojekt dient als Richtungsweiser für ein effizientes unternehmensübergreifendes Flotten- und Lademanagement. Der Ausbau des unternehmensübergreifenden Pools geht einher mit der Reduzierung der Anzahl der Fahrzeuge in den innerbetrieblichen Flotten sowie einem steigenden Elektrifizierungsgrad. Ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Tourenplanung im Projekt sowie die allgemeine Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität ist die optimale Verteilung der Netzabteilung innerhalb Berlins. Die Investitionen in Infrastruktur können durch geteilte Nutzung besser getragen werden, dabei gilt für Smart eFleets das Motto: „Investiere in zwei DC-Ladestationen, nutze allerdings zwölf DC-Ladestationen im Sharing mit allen beteiligten Partnern.“ Dies gelingt nur durch eine tiefgreifende Vernetzung von Unternehmen und Formen der Organisation.

Für eine schnellere und effektivere Implementierung von Elektromobilität im Fuhrpark wird auch das Change Management betrachtet und analysiert. In einem Reallabor werden daher Prozessansätze und deren Wirksamkeit auf den Elektrifizierungsgrad in beteiligten Unternehmen erforscht, entwickelt, getestet sowie bewertet. Das Vorhaben bereitet die Übertragung der untersuchten Ansätze auf Dritte und andere Branchen vor und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen.

Ein Teilaspekt des Projekts berücksichtigt zudem ökologische Fragstellungen, die mit einer Elektrifizierung der Flotte einhergehen.  E-Flotten und insbesondere E-Flotten, die unternehmensübergreifend genutzt werden, leisten einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem Corporate Carsharing, das zugleich kosteneffizient ist.

Die zentralen Fragen rund um Elektromobilität in Fuhrparks

Das Projekt Smart eFleets erforscht, entwickelt und testet Lösungsansätze, um ein unternehmensübergreifendes Fahrzeug- und Ladeinfrastruktur-Sharing unter Berücksichtigung eines Energiemanagements bei städtischen Ver- und Entsorgungsunternehmen zu ermöglichen.
Das Forschungsprojekt gliedert sich in insgesamt sechs verschiedene Themenblöcke, die verschiedene Fragestellungen beantworten:

Frage #1:
Welche rechtlichen, gesetzlichen und vertragliche Rahmenbedingungen müssen bei einer unternehmensübergreifenden Nutzung der E-Fahrzeugflotten und der Ladeinfrastruktur gegeben sein?

  • Welche rechtlichen Herausforderungen sind bei der gemeinschaftlichen Flottennutzung zu beachten?
  • Wie können bestimmte Vertragsregelungen dazu beitragen, einen reibungslosen Betrieb der gemeinschaftlich genutzten Flotte und Ladeinfrastruktur zu gewährleisten?
  • Welche Abrechnungs- und Prozessmuster können die Ziele des Vorhabens unterstützen?

Frage #2:
Welche technischen Konzepte müssen für die Erstellung einer Systemarchitektur für Flotten- und Lademanagement vorhanden sein?

  • Welche Anwendungen und Schnittstellen muss eine Buchungsplattform für Flotten und LIS umfassen?
  • Wie kann die Integration bereits bestehender IT-Systeme und Daten der unterschiedlichen Unternehmen in einer Plattform stattfinden?

Frage #3:

Wie können die bestehenden Prozesse optimiert werden sowohl für ein effektives Energiemanagement als auch für die Netzdienlichkeit bestehen?

  • Wie können Prognosedaten in einem dynamischen Umfeld erzeugt werden?
  • Wie können Lademodelle (in Form von Bezahlmodellen) entwickelt werden, um die Fahrzeugnutzer im Unternehmen dazu anzuregen, in Schwachlastzeiten Elektrofahrzeuge zu laden?
  • Wie kann sichergestellt werden, dass die rechtlichen Anforderungen in Bezug auf Protokollierung von Roaming und Tarifierung eingehalten werden?
  • Die Analyse von Einflussgrößen aus dem Energiemanagement, der aktuellen Netzbelastung und der situativen Bereitstellung von regenerativer Ener

Frage #4:
Wie kann der Fahrzeugbedarf reduziert werden und kann der Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen und zugleicht die Effizienz dank einer höheren Auslastung gesteigert werden?

  • Wie kann der Fahrzeugbedarf zu Spitzenzeiten ermittelt werden?
  • Welche Ergebnisse zur Erhöhung des Elektrifizierungsgrades der beteiligten Unternehmen können gewonnen werden?
  • Wie lassen sich mögliche Einsparungen durch das unternehmenseigene Pooling von E-Fahrzeugen unternehmensübergreifend anwenden?
  • Wie können Nutzungsmuster und täglichen Fahrweiten von konventionellen Fahrzeugen analysiert werden und wie lassen sich diese Muster auf Elektrofahrzeuge übertragen?
  • Wie kann der Auslastungsgrad der Flotte durch die geteilte Nutzung erhöht werden?

Frage #5:
Welche Betreibermodelle sind für eine unternehmensübergreifende Nutzung von gepoolten E-Fahrzeugen und einer Ladeinfrastruktur sinnvoll?

  • Welche Erkenntnisse und Maßnahmen für Betriebssicherheit und Risikobetrachtungen vom Pooling verschiedener Fahrzeugflotten und Teilen von Ladeinfrastrukturen lassen sich gewinnen?
  • Wie können die Anforderungen an die Buchungs- und Abrechnungsplattform ermittelt werden, damit diese unternehmensübergreifend für kommunale Unternehmen und ggf. auch Privatunternehmen anwendbar gemacht werden?
  • Welche Erkenntnisse zum Ausfall-Management und von Risiken mit Hinblick auf den Ausfall von Flotten-Software gewonnen werden?
  • Wie können möglich Notfall-Modelle wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden?

Frage #6:
Wie können wirtschaftliche und ökologische Effekte gepoolter Flotten und geteilter Ladeinfrastrukturen gemessen werden?

  • Wie können die eigenwirtschaftlichen Effekte des innovativen Nutzungsmodells bemessen werden (ROI)?
  • Welche Erkenntnisse zur Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen im Wirtschaftsverkehr können durch die Entwicklung von neuartigen Konzepten und Technologien gewonnen werden
  • Welche Erkenntnisse in Bezug auf Nachhaltigkeit lassen sich aufgrund des erhöhten Elektrifizierungsgrades gewinnen?
  • Auf welche weiteren Branchen können die Erkenntnisse aus dem Projekt Smart eFleets übertragen werden?